Ratgeber
KI-Beratung: Risiken und wie man sie begrenzt
Was bei KI-Beratung schiefgehen kann, wie wahrscheinlich das jeweils ist und mit welchen Festlegungen sich das vorher abstellen lässt — ohne Dramatisierung und ohne Beschönigung.
Das größte Risiko bei KI-Beratung ist nicht die Technik, sondern dass niemand das System nach dem Start pflegt. Falsche Antworten lassen sich begrenzen, indem ausschließlich aus geprüften Inhalten gearbeitet und bei Unsicherheit weitergeleitet wird; Abhängigkeit vermeidet man, indem Zugänge, Daten und Dokumentation vertraglich beim Auftraggeber liegen.
01 — Risiken
Was schiefgehen kann
- Das System antwortet falsch. Begrenzbar, indem es ausschließlich aus geprüften Inhalten arbeitet und bei Unsicherheit weiterleitet statt zu raten. Das ist eine Konfigurationsentscheidung, keine Eigenschaft der Technik.
- Der Aufwand wird unterschätzt. Häufigster Grund: unklare Ausgangslage. Eine ehrliche Bestandsaufnahme vor dem Angebot verhindert das zuverlässiger als jeder Puffer.
- Niemand pflegt es. Das größte Risiko überhaupt — und das am leichtesten vermeidbare.
- Datenschutzlücken. Entstehen fast immer durch fehlende Löschfristen und unklare Zuständigkeit, selten durch die Technik selbst.
- Abhängigkeit vom Anbieter. Vermeidbar, wenn Zugänge, Daten und Dokumentation vertraglich beim Auftraggeber liegen.
02 — Warnsignale
Wann man skeptisch werden sollte
- Garantierte Ergebnisse. Wer Platz eins bei Google oder eine bestimmte Umsatzsteigerung zusagt, verkauft etwas, das er nicht liefern kann.
- Kein Nein. Ein Anbieter, der jedes Vorhaben für eine gute Idee hält, hat entweder nicht zugehört oder verkauft nur.
- Zeitdruck. Befristete Rabatte auf Projektpreise sind ein Vertriebsinstrument, kein Angebot.
- Unklare Eigentumsverhältnisse. Wer nicht klar sagt, wem Daten und Zugänge gehören, meint es nicht gut.
- Kein Ansprechpartner mit Fachkenntnis. Wenn im Erstgespräch nur Vertrieb sitzt, entstehen die Missverständnisse dort.
03 — Vertrag
Was schriftlich geklärt gehört
- Eigentum an Daten und Zugängen. Sie gehören dem Auftraggeber. Wenn ein Anbieter das nicht klar bestätigt, ist das die wichtigste Information des Gesprächs.
- Herausgabe bei Beendigung. In welchem Format, in welcher Frist, zu welchen Kosten.
- Keine Mindestlaufzeit ohne Gegenleistung. Bindung ist vertretbar, wenn dafür etwas geliefert wird — sonst nicht.
- Was eine spätere Änderung kostet. Nicht der Projektpreis entscheidet über die Gesamtkosten, sondern der Stundensatz für das dritte Jahr.
- Dokumentation als Liefergegenstand. Nicht als Zusage, sondern als Position im Angebot.
04 — Fragen
Häufige Fragen
Welche Förderungen gibt es in Österreich?
Infrage kommen unter anderem KMU.DIGITAL und die aws-Digitalisierungsförderung — aktuelle Konditionen auf kmudigital.at und aws.at. Beide setzen voraus, dass der Antrag vor der Auftragsvergabe bewilligt ist — deshalb sprechen wir das früh an und nicht am Ende.
Wie viel kostet uns das, wenn am Ende nichts dabei herauskommt?
Nur der vereinbarte Preis für Workshop und Dokument — es gibt kein Erfolgshonorar und keine versteckte Folgeverpflichtung. Das Vorgespräch vorab ist kostenlos und soll genau solche Fehlanfragen vorher abfangen.
Ist das nicht nur eine verkappte Verkaufsveranstaltung?
Die Empfehlung enthält regelmäßig Punkte, die ihr selbst oder mit eurem bestehenden Dienstleister umsetzen könnt, und ebenso Fälle, von denen wir abraten. Das Dokument gehört euch und funktioniert auch ohne uns.
Reicht ein Gespräch mit der Geschäftsführung nicht aus?
Nein, das ist der häufigste Grund für eine Liste, die später nicht funktioniert. Wer die Abläufe täglich macht, kennt die Ausnahmen, die eine Außenperspektive nie sieht.
Wie unterscheidet sich das von einer Beratung durch die Kammer?
Die Kammerangebote geben einen guten Überblick über Fördermöglichkeiten und Grundlagen. Wir gehen einen Schritt weiter und schauen uns eure konkreten Abläufe und Systeme an — mit Aufwandsschätzung, die wir auch selbst einhalten müssten.
Bekommen wir auch Empfehlungen zu Anbietern außer euch?
Ja, wo es sinnvoll ist. Manche Anwendungsfälle passen besser zu einer Standardsoftware oder einem spezialisierten Anbieter — das steht dann so im Dokument, nicht verschwiegen.
Wer sollte beim Workshop dabei sein?
Mindestens eine Person aus der Geschäftsführung und zwei bis drei, die die betroffenen Abläufe täglich machen. Ohne die zweite Gruppe entsteht eine Liste, die im Alltag nicht funktioniert.
99 — Weiter
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Nächster Schritt
Wir schauen uns eure Ausgangslage an.
Erzählt uns, was heute Zeit frisst. Daraus entsteht eine Einschätzung mit Aufwand und Nutzen — und erst danach ein Angebot.