Produktionsbetriebe · Ratgeber
Produktionsbetriebe: Rechnungen und Mahnwesen automatisieren
Zwischen erbrachter Leistung und Zahlungseingang liegt in vielen Produktionsbetrieben mehr Zeit als nötig — meist nicht wegen säumiger Kunden, sondern weil die Rechnung zu spät rausgeht.
Später Zahlungseingang liegt in Produktionsbetrieben meist nicht am Kunden, sondern daran, dass die Rechnung zu spät rausgeht. Wo die Auftragsdaten ohnehin vorliegen, lässt sich die Rechnung daraus erzeugen; die Prüfung vor dem Versand bleibt bewusst manuell.
01 — Rechnung
Vom Auftrag zur bezahlten Rechnung
Der häufigste Grund für späten Zahlungseingang ist nicht der Kunde, sondern die Verzögerung im eigenen Haus: Die Leistung ist erbracht, die Rechnung geht aber erst zwei Wochen später raus, weil die Unterlagen zusammengesucht werden müssen.
Wo die Daten aus dem Auftrag ohnehin vorliegen, lässt sich die Rechnung daraus erzeugen. In Produktionsbetrieben betrifft das den Großteil der Standardaufträge. Was bleibt, ist die Prüfung vor dem Versand — die gehört bewusst nicht automatisiert.
Beim Mahnwesen gilt dasselbe wie beim Nachfassen: Die Erinnerung automatisiert man, den Ton nicht. Eine freundliche erste Erinnerung nach wenigen Tagen löst die meisten Fälle, bevor ein Mahnwesen überhaupt nötig wird.
02 — Ansatzpunkte
Abläufe, die sich bei Produktionsbetrieben lohnen
- Datenübergabe zwischen ERP, Fertigung und Versand
- Digitale Qualitätsdokumentation
- Automatische Statusmeldung an Kunden
- Auswertung von Stillständen und Ausschuss
- Anbindung von Maschinendaten
Ein Ablauf eignet sich, wenn er mindestens wöchentlich vorkommt, klaren Regeln folgt und heute Handarbeit ist. Fehlt einer der drei Punkte, ist Handarbeit meist günstiger.
03 — Rechnung
So rechnet man es vorher aus
Vier Zahlen genügen: Wie oft kommt der Ablauf vor? Wie lange dauert er? Was kostet eine Stunde intern? Und was kostet die Lösung, einmalig plus Betrieb über drei Jahre?
Bei Produktionsbetrieben ist Datenübergabe zwischen ERP, Fertigung und Versand meist der erste Kandidat für diese Rechnung, weil dieser Ablauf regelmäßig vorkommt und sich gut messen lässt. Wer die eigenen Zahlen nicht kennt, zählt zwei Wochen mit — das reicht für eine belastbare Größenordnung.
Diese Rechnung ist bewusst konservativ: Sie berücksichtigt nur eingesparte Zeit, nicht vermiedene Fehler und nicht die Aufträge, die durch schnellere Reaktion überhaupt erst zustande kommen.
04 — Fragen
Häufige Fragen
Lohnt sich das ohne Investition in neue Maschinen?
Ja. Der größte Teil der Verluste entsteht nicht an der Maschine, sondern zwischen den Systemen — Auftragsdaten, Rückmeldungen, Versandinformationen. Das lässt sich unabhängig vom Maschinenpark verbessern.
Was ist mit älteren Maschinen ohne Schnittstelle?
Für viele gibt es Nachrüstlösungen zur Erfassung von Laufzeit und Stillstand. Ob sich das rechnet, hängt vom Engpass ab — wenn die Maschine nicht der Engpass ist, bringt die Erfassung wenig.
Arbeitet ihr auch mit Produktionsbetrieben?
Ja. Wir arbeiten aus dem Mühlviertel für Kundinnen und Kunden in ganz Österreich. Der Großteil der Zusammenarbeit läuft ohnehin über Videocalls und geteilte Dokumente — das spart beiden Seiten Fahrzeit. Wo ein Termin vor Ort sinnvoll ist, kommen wir.
Was kostet der Einstieg?
Das hängt am Vorhaben, nicht an der Branche. Ein Google-Unternehmensprofil samt lokaler Sichtbarkeit ist überschaubar, eine Website oder ein Chatbot sind größere Projekte. Schreibt uns kurz euer Anliegen — wir rechnen das durch und schicken einen Vorschlag.
Womit sollten wir anfangen?
Mit dem Engpass, nicht mit dem Interessantesten. Bei Produktionsbetrieben ist das erfahrungsgemäß Datenübergabe zwischen ERP, Fertigung und Versand.
Gibt es Förderungen?
Für Digitalisierungsvorhaben gibt es in Österreich mehrere Förderschienen, etwa KMU.DIGITAL oder die aws-Digitalisierungsförderung. Ob und in welcher Höhe eine davon aktuell für euer Vorhaben infrage kommt, prüfen wir individuell mit euch. Aktuelle Bedingungen: kmudigital.at, aws.at.
99 — Weiter
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Nächster Schritt
Reden wir kurz darüber, ob sich das bei euch rechnet.
Ein Gespräch von zwanzig Minuten reicht meistens, um zu klären, ob ein Projekt Sinn hat. Wenn nicht, sagen wir das — das ist billiger für beide Seiten als ein Angebot, das niemand braucht.