Apotheken · Ratgeber

Digitalisierung für Apotheken: womit anfangen?

Nicht jede Digitalisierung lohnt sich für Apotheken. Welche Schritte in dieser Branche tatsächlich etwas bringen, in welcher Reihenfolge — und was man getrost bleiben lassen kann.

Gesundheit und PflegeStand 2026Angebot nach Anfrage
Kurz gesagt

Für Apotheken lohnt sich die Digitalisierung in dieser Reihenfolge: zuerst Erreichbarkeit, dann der häufigste wiederkehrende Ablauf — meist Vorbestellung über Formular oder Nachricht —, dann Sichtbarkeit. Wer mit Dokumentation oder Auswertung beginnt, hat den teuersten Schritt zuerst und den geringsten Rückfluss.

01 — Ausgangslage

Woran es bei Apotheken typischerweise hängt

  • Verfügbarkeitsanfragen binden Personal am Telefon
  • Vorbestellungen laufen über Zettel
  • Kunden kommen umsonst, weil ein Medikament nicht da ist

Telefon und Laufkundschaft, zunehmend Nachricht. Erkältungssaison, Allergiezeit im Frühjahr, Reiseimpfungen vor dem Sommer.

02 — Reihenfolge

Was zuerst, was später

  1. Erreichbarkeit

    Solange Anfragen verloren gehen, bringt jede weitere Maßnahme weniger. Bei Apotheken ist das fast immer der erste Hebel.

  2. Der häufigste Ablauf

    Ein einziger Vorgang, der sich täglich oder wöchentlich wiederholt — bei Apotheken meist Vorbestellung über Formular oder Nachricht.

  3. Sichtbarkeit

    Erst wenn Anfragen zuverlässig bearbeitet werden, lohnt es sich, mehr davon zu erzeugen. Andersherum verstärkt man nur das Problem.

  4. Alles Weitere

    Dokumentation, Auswertung, Anbindungen. Sinnvoll, aber selten dringend — und ohne die ersten drei Schritte wirkungslos.

03 — Ansatzpunkte

Abläufe, die sich bei Apotheken lohnen

  • Vorbestellung über Formular oder Nachricht
  • Automatische Benachrichtigung bei Verfügbarkeit
  • Auskunft zu Öffnungszeiten und Nacht­diensten
  • Erinnerung an Dauermedikation
  • Terminbuchung für Beratung und Impfungen
Faustregel

Ein Ablauf eignet sich, wenn er mindestens wöchentlich vorkommt, klaren Regeln folgt und heute Handarbeit ist. Fehlt einer der drei Punkte, ist Handarbeit meist günstiger.

04 — Beispiel

Wie das im Alltag aussieht

Beispielszenario

Ein Kunde bestellt ein Medikament über ein Formular vor. Sobald es da ist, geht automatisch eine Nachricht — statt zweier Anrufe in beide Richtungen.

Entscheidend an diesem Beispiel ist nicht die Technik, sondern die Festlegung davor: Was gilt als dringend, wer wird wann verständigt, und was passiert, wenn niemand erreichbar ist. Diese drei Antworten kosten am Anfang eine Stunde und ersparen später jede Diskussion.

05 — Fragen

Häufige Fragen

Dürfen wir Medikamentenanfragen digital annehmen?

Vorbestellung und Verfügbarkeitsanfrage ja, unter Beachtung des Datenschutzes und ohne Beratung zu ersetzen. Rezeptpflichtiges bleibt an die Vorlage des Rezepts gebunden. Der Kanal ersetzt den Weg in die Apotheke nicht, er macht ihn nur planbar.

Was bringt eine automatische Benachrichtigung?

Sie ersetzt die Rückrufschleife. Der Anteil an Anrufen, der nur „ist es schon da" lautet, ist erheblich — und vollständig automatisierbar.

Arbeitet ihr auch mit Apotheken?

Ja. Wir arbeiten aus dem Mühlviertel für Kundinnen und Kunden in ganz Österreich. Der Großteil der Zusammenarbeit läuft ohnehin über Videocalls und geteilte Dokumente — das spart beiden Seiten Fahrzeit. Wo ein Termin vor Ort sinnvoll ist, kommen wir.

Was kostet der Einstieg?

Das hängt am Vorhaben, nicht an der Branche. Ein Google-Unternehmensprofil samt lokaler Sichtbarkeit ist überschaubar, eine Website oder ein Chatbot sind größere Projekte. Schreibt uns kurz euer Anliegen — wir rechnen das durch und schicken einen Vorschlag.

Womit sollten wir anfangen?

Mit dem Engpass, nicht mit dem Interessantesten. Bei Apotheken ist das erfahrungsgemäß Vorbestellung über Formular oder Nachricht.

Gibt es Förderungen?

Für Digitalisierungsvorhaben gibt es in Österreich mehrere Förderschienen, etwa KMU.DIGITAL oder die aws-Digitalisierungsförderung. Ob und in welcher Höhe eine davon aktuell für euer Vorhaben infrage kommt, prüfen wir individuell mit euch. Aktuelle Bedingungen: kmudigital.at, aws.at.

Nächster Schritt

Reden wir kurz darüber, ob sich das bei euch rechnet.

Ein Gespräch von zwanzig Minuten reicht meistens, um zu klären, ob ein Projekt Sinn hat. Wenn nicht, sagen wir das — das ist billiger für beide Seiten als ein Angebot, das niemand braucht.