Ratgeber

Webdesign 2026: was sich geändert hat

Was bei Webdesign im Jahr 2026 anders ist als noch vor zwei Jahren — rechtlich, technisch und in Bezug darauf, was sich für kleine Betriebe tatsächlich rechnet.

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Kurz gesagt

Bei Webdesign haben sich 2026 zwei Dinge geändert: Die Transparenzpflichten des EU AI Act sind seit August wirksam, und die Suche beantwortet immer mehr Fragen direkt in den Ergebnissen. Technisch ist vor allem die Zuverlässigkeit gestiegen — was nicht heißt, dass jedes Vorhaben sinnvoll ist.

01 — Aktuell

Was sich zuletzt geändert hat

Zwei Entwicklungen prägen 2026 die Entscheidung: Erstens sind die Transparenzpflichten des EU AI Act seit August wirksam — wer mit einem KI-System kommuniziert, muss das erkennen können. Zweitens beantwortet die Suche selbst immer mehr Fragen direkt, was den Wert einer eigenen, gut auffindbaren Informationsquelle verändert.

Für Webdesign bedeutet das praktisch: Kennzeichnung ist Pflicht und kein Stilmittel, und die Inhalte, mit denen das System arbeitet, sind dieselben, die auch in Suchergebnissen und generierten Antworten zitiert werden. Wer sie einmal sauber aufbereitet, nutzt sie doppelt.

Technisch hat sich vor allem die Zuverlässigkeit verbessert. Was vor zwei Jahren noch ein Experiment war, ist heute in vielen Fällen eine planbare Umsetzung — was nicht heißt, dass jedes Vorhaben sinnvoll ist.

02 — Rechtslage

EU AI Act: was gilt

Seit August 2026 gelten die Transparenzpflichten aus Artikel 50 des EU AI Act: Wer direkt mit einem KI-System kommuniziert, muss das erkennen können. Die Kennzeichnung bauen wir standardmäßig ein.

Der AI Act unterscheidet nicht nach Unternehmensgröße: Ein Einzelunternehmen mit einem KI-System im Kundenkontakt ist genauso betroffen wie ein Konzern. Maßgeblich sind Einsatzzweck und Risiko, nicht die Mitarbeiterzahl.

Dazu kommt die Pflicht, für ausreichende KI-Kompetenz der damit befassten Personen zu sorgen. Das ist keine Prüfungspflicht, sollte aber dokumentiert sein — eine Schulung mit Teilnehmerliste ist der einfachste Nachweis.

03 — Nutzen

Was es tatsächlich bringt

  • Zeit, die woanders fehlt. Design wird oft als Dekoration behandelt. Das Ergebnis sind Seiten, die im Portfolio gut aussehen und im Alltag niemanden weiterbringen.
  • Gleichbleibende Qualität. Ein System hat keinen schlechten Tag und vergisst keinen Schritt — unabhängig davon, wer gerade im Haus ist.
  • Nachvollziehbarkeit. Was automatisiert läuft, ist dokumentiert. Das hilft bei Übergaben, Urlaubsvertretung und im Streitfall.
  • Erreichbarkeit außerhalb der Geschäftszeiten. Ein erheblicher Teil der Anfragen entsteht abends und am Wochenende — dort, wo bisher niemand antwortet.
  • Ein Nebeneffekt, den kaum jemand einplant: Beim Aufsetzen fällt regelmäßig auf, dass Abläufe im Betrieb unklar geregelt sind. Das zu klären ist oft wertvoller als die Automatisierung selbst.

04 — Fragen

Häufige Fragen

Wem gehören die Dateien?

Euch. Ihr bekommt die Quelldateien und die Dokumentation. Wenn ihr später mit jemand anderem arbeitet, kann derjenige damit weitermachen.

Was ist mit Barrierefreiheit im Design?

Kontraste, Schriftgrößen, Fokusdarstellung und Klickflächen prüfen wir gegen WCAG 2.1 AA. Das ist im Design deutlich billiger als später in der Umsetzung.

Brauchen wir überhaupt eigenes Design?

Nicht zwingend. Wenn ihr eine Seite mit fünf Unterseiten braucht und keine Markenambitionen habt, ist ein sauber angepasstes Grundsystem die vernünftigere Wahl. Eigenes Design lohnt sich, wenn ihr euch von Wettbewerbern abheben müsst oder viele Seiten pflegt.

Bekommen wir mehrere Entwürfe?

Zwei bis drei Richtungen an einem Seitentyp. Zehn Varianten helfen niemandem — sie verlagern die Entscheidung nur auf den Kunden, statt sie zu treffen.

Was, wenn uns keine der Richtungen gefällt?

Dann gehen wir zurück zur Bestandsaufnahme — meist heißt das, dass etwas Wichtiges über den Betrieb noch nicht verstanden wurde. Das passiert selten, aber lieber einmal neu ansetzen als ein Design forcieren.

Wird das auch auf dem Handy gut aussehen?

Wir gestalten die schmale Ansicht zuerst, weil dort der Großteil der Besucher ankommt. Die breite Ansicht ist der einfachere Fall, nicht umgekehrt.

Liefert ihr auch Bildmaterial?

Nein, das gehört nicht zum Gestaltungssystem. Wir sagen aber genau, welche Art von Bildern gebraucht wird, und empfehlen bei Bedarf passende Quellen oder eine Fotografin.

Nächster Schritt

Wir schauen uns eure Ausgangslage an.

Erzählt uns, was heute Zeit frisst. Daraus entsteht eine Einschätzung mit Aufwand und Nutzen — und erst danach ein Angebot.