Ratgeber
Prozessautomatisierung: welche Alternativen es gibt
Nicht jedes Problem braucht eine Prozessautomatisierung. Welche einfacheren Wege es gibt, wo fertige Standardlösungen reichen und wann die richtige Antwort lautet: gar nichts machen.
Bevor eine Prozessautomatisierung in Frage kommt, lohnt der Blick auf die einfacheren Wege: eine klarer geschriebene Seite, eine andere Telefonregel, ein aufgeräumter Ablauf. Fertige Standardlösungen decken einen Teil ab und stoßen dort an Grenzen, wo eigene Daten und Anbindungen ins Spiel kommen. Nichts zu tun ist ebenfalls eine legitime Antwort.
01 — Alternativen
Was es sonst noch gibt
Bevor eine Prozessautomatisierung in Frage kommt, lohnt der Blick auf die einfacheren Wege. Manchmal löst eine klar geschriebene Seite, eine andere Telefonregel oder ein aufgeräumter Ablauf dasselbe Problem ohne jedes System.
Fertige Standardlösungen decken einen Teil der Anwendungsfälle ab und sind schnell verfügbar. Ihre Grenze liegt dort, wo eigene Abläufe, eigene Daten oder Anbindungen ins Spiel kommen — und bei der Frage, wem die Daten am Ende gehören.
Die dritte Möglichkeit ist, nichts zu tun. Das ist eine legitime Antwort, wenn der betroffene Ablauf selten vorkommt oder der eigentliche Engpass woanders liegt. Wir sagen das, wenn es so ist.
02 — Abgrenzung
Wann wir abraten
- Der Ablauf ändert sich noch. Solange ihr am Prozess selbst schraubt, ist Handarbeit flexibler und billiger.
- Die Ausnahmen überwiegen die Regelfälle. Dann automatisiert man Ausnahmen, und das wird teuer.
- Es gibt keine Datenbasis. Ohne digital verfügbare Ausgangsdaten fehlt die Grundlage.
- Das Volumen ist zu klein. Bei fünf Vorgängen im Monat rechnet sich kein System — auch kein günstiges.
- Der eigentliche Engpass liegt woanders. Wer zu wenig Anfragen hat, braucht keine schnellere Bearbeitung.
03 — Kriterien
Woran sich Angebote unterscheiden
- Was genau enthalten ist. Zwei Angebote mit derselben Summe können völlig unterschiedliche Leistungen umfassen. Lasst euch den Umfang als Liste geben, nicht als Fließtext.
- Wer was liefert. Inhalte, Bilder, Daten, Zugänge — wenn das nicht steht, wird es später zum Streitpunkt.
- Was der Betrieb kostet. Über drei Jahre gerechnet, inklusive Lizenzen, Hosting und Betreuung.
- Was passiert, wenn ihr wechseln wollt. Bekommt ihr Zugänge, Daten und Dokumentation? Die Antwort auf diese Frage sagt mehr über einen Anbieter als jede Referenz.
- Wer tatsächlich arbeitet. Bei kleinen Anbietern ist das relevant: Wer sitzt im Gespräch, und wer macht es dann.
04 — Fragen
Häufige Fragen
Was, wenn sich unsere Prozesse ändern?
Dann werden die Abläufe angepasst. Wir bauen sie so, dass die veränderlichen Teile — Textbausteine, Empfänger, Schwellwerte — in einer Tabelle stehen, die ihr selbst pflegt, ohne uns zu brauchen.
Gibt es Förderungen dafür?
Für Digitalisierungsvorhaben gibt es in Österreich mehrere Förderschienen, etwa KMU.DIGITAL oder die aws-Digitalisierungsförderung (kmudigital.at, aws.at). Ob und in welcher Höhe das aktuell für euch passt, prüfen wir gemeinsam — wichtig: Der Antrag muss genehmigt sein, bevor der Auftrag vergeben wird. Plant dafür Vorlaufzeit ein.
Verlieren wir die Kontrolle über unsere Abläufe?
Im Gegenteil: Ein automatisierter Ablauf ist erstmals vollständig dokumentiert und protokolliert. Ihr seht jeden Durchlauf. Vorher wusste das nur die Person, die es immer gemacht hat.
Wie schnell rechnet sich das?
Bei den Abläufen, mit denen wir üblicherweise anfangen, liegt die Amortisation zwischen vier und zehn Monaten. Das rechnen wir vor dem Angebot vor, nicht danach.
Woher wissen wir, was sich zu automatisieren lohnt?
Faustregel: Ein Ablauf lohnt sich, wenn er mindestens wöchentlich vorkommt, klare Regeln hat und heute Handarbeit ist. Wir rechnen in der Ist-Aufnahme jeden Kandidaten durch — Häufigkeit mal Dauer mal Kosten — und ihr entscheidet anhand von Zahlen.
Was passiert mit den Leuten, die das bisher gemacht haben?
In der Praxis fällt selten eine Stelle weg — es fällt der Teil der Arbeit weg, den niemand mochte. Die Zeit geht in Dinge, für die vorher nie welche da war.
Müssen wir dafür neue Software kaufen?
Meistens nicht. Der Großteil läuft über die Systeme, die ihr schon habt, plus eine Automatisierungsschicht. Neue Software schlagen wir nur vor, wenn eine echte Lücke besteht.
99 — Weiter
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Nächster Schritt
Reden wir kurz darüber, ob sich das bei euch rechnet.
Ein Gespräch von zwanzig Minuten reicht meistens, um zu klären, ob ein Projekt Sinn hat. Wenn nicht, sagen wir das — das ist billiger für beide Seiten als ein Angebot, das niemand braucht.