Ratgeber

Local SEO und Datenschutz: was die DSGVO verlangt

Sobald bei Local SEO personenbezogene Daten verarbeitet werden, gelten klare Pflichten. Welche das konkret sind, was in der Praxis fast immer fehlt und was tatsächlich reicht.

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Kurz gesagt

Sobald bei Local SEO personenbezogene Daten verarbeitet werden, braucht es Rechtsgrundlage, Zweckbindung, definierte Löschfristen, Information der Betroffenen und einen Auftragsverarbeitungsvertrag mit jedem beteiligten Dienstleister. In der Praxis fehlen fast immer dieselben drei Punkte: die Löschfrist, der Hinweis an der Erhebungsstelle und die Klärung, ob der Anbieter die Daten für eigenes Training nutzt.

01 — Datenschutz

Was die DSGVO verlangt

Sobald personenbezogene Daten verarbeitet werden — und das passiert schneller als gedacht, etwa sobald jemand einen Namen oder eine Telefonnummer eingibt — gelten die üblichen Pflichten: Rechtsgrundlage benennen, Zweck festlegen, Datensparsamkeit einhalten, Löschfristen definieren, Betroffene informieren.

Praktisch heißt das für Local SEO: ein Auftragsverarbeitungsvertrag mit jedem beteiligten Dienstleister, die Prüfung, wo verarbeitet wird, eine dokumentierte Löschfrist und eine verständliche Passage in der Datenschutzerklärung. Drei Dinge fehlen in der Praxis fast immer: die definierte Löschfrist, der Hinweis an der Stelle, an der die Daten erhoben werden, und die Klärung, ob der Anbieter die Daten für eigenes Training nutzt.

Eine Datenschutz-Folgenabschätzung ist nur bei voraussichtlich hohem Risiko nötig — bei den meisten Vorhaben dieser Art nicht. Die Prüfung selbst sollte trotzdem dokumentiert werden, damit im Anlassfall nachvollziehbar ist, warum sie entfallen ist.

02 — Vertrag

Was schriftlich geklärt gehört

  • Eigentum an Daten und Zugängen. Sie gehören dem Auftraggeber. Wenn ein Anbieter das nicht klar bestätigt, ist das die wichtigste Information des Gesprächs.
  • Herausgabe bei Beendigung. In welchem Format, in welcher Frist, zu welchen Kosten.
  • Keine Mindestlaufzeit ohne Gegenleistung. Bindung ist vertretbar, wenn dafür etwas geliefert wird — sonst nicht.
  • Was eine spätere Änderung kostet. Nicht der Projektpreis entscheidet über die Gesamtkosten, sondern der Stundensatz für das dritte Jahr.
  • Dokumentation als Liefergegenstand. Nicht als Zusage, sondern als Position im Angebot.

03 — Risiken

Was schiefgehen kann

  • Das System antwortet falsch. Begrenzbar, indem es ausschließlich aus geprüften Inhalten arbeitet und bei Unsicherheit weiterleitet statt zu raten. Das ist eine Konfigurationsentscheidung, keine Eigenschaft der Technik.
  • Der Aufwand wird unterschätzt. Häufigster Grund: unklare Ausgangslage. Eine ehrliche Bestandsaufnahme vor dem Angebot verhindert das zuverlässiger als jeder Puffer.
  • Niemand pflegt es. Das größte Risiko überhaupt — und das am leichtesten vermeidbare.
  • Datenschutzlücken. Entstehen fast immer durch fehlende Löschfristen und unklare Zuständigkeit, selten durch die Technik selbst.
  • Abhängigkeit vom Anbieter. Vermeidbar, wenn Zugänge, Daten und Dokumentation vertraglich beim Auftraggeber liegen.

04 — Fragen

Häufige Fragen

Wie wichtig sind Bewertungen?

Sehr. Sie wirken doppelt: als Ranking-Signal und als Entscheidungsgrundlage für den Menschen davor. Wichtiger als die reine Anzahl sind Aktualität, Regelmäßigkeit und dass ihr antwortet — auch auf kritische.

Was, wenn wir schon einmal wegen Richtlinienverstößen aufgefallen sind?

Das lässt sich meist klären, kostet aber Zeit — Google prüft Einsprüche manuell und unregelmäßig. Wichtig ist, den Grund für den Verstoß zuerst abzustellen, bevor ein Einspruch überhaupt Sinn hat.

Wie lange dauert es, bis das Profil wirkt?

Erste Effekte oft innerhalb weniger Wochen, weil ein vollständiges Profil sofort besser dargestellt wird. Der volle Effekt aus Bewertungen und Konsistenz baut sich über mehrere Monate auf.

Was bringt das Google-Unternehmensprofil wirklich?

Es ist der wirksamste Einzelhebel in der lokalen Suche, weil es sowohl in der Karte als auch neben den Ergebnissen erscheint. Vollständig ausgefüllte Profile werden deutlich häufiger angeklickt als lückenhafte — und die Pflege kostet nichts außer Zeit.

Was ist NAP-Konsistenz?

Name, Adresse und Telefonnummer müssen überall gleich geschrieben sein — auf der Website, im Profil, in Verzeichnissen, in Branchenportalen. Abweichungen wie „Str." statt „Straße" oder eine alte Telefonnummer schwächen das Vertrauen in eure Daten.

Wir haben mehrere Standorte. Wie geht das?

Pro Standort ein eigenes Profil und eine eigene Seite mit tatsächlich standortbezogenem Inhalt: Team, Anfahrt, Einzugsgebiet, örtliche Besonderheiten. Kopierte Seiten mit ausgetauschtem Ortsnamen erkennen Suchmaschinen und werten sie ab.

Wie oft muss das Profil gepflegt werden?

Öffnungszeiten bei Feiertagen und Urlaub sofort, Fotos alle paar Monate, Beiträge nach Bedarf. Ein Profil, das seit zwei Jahren unverändert ist, wirkt auf Menschen wie auf Algorithmen nach aufgegebenem Betrieb.

Nächster Schritt

Wir schauen uns eure Ausgangslage an.

Erzählt uns, was heute Zeit frisst. Daraus entsteht eine Einschätzung mit Aufwand und Nutzen — und erst danach ein Angebot.