Ratgeber

Lead-Qualifizierung: laufende Kosten und Betrieb

Der Projektpreis ist nur ein Teil der Rechnung. Was nach dem Livegang tatsächlich an Aufwand und Kosten anfällt — und welcher Posten dabei am häufigsten vergessen wird.

Angebot nach Anfrage2 bis 4 WochenStand 2026
Kurz gesagt

Nach dem Livegang fallen bei Lead-Qualifizierung üblicherweise wenige Stunden Pflege im Quartal an, dazu Hosting, Lizenzen und nutzungsabhängige Gebühren Dritter. Der am häufigsten vergessene Posten ist nicht das Geld, sondern die Zuständigkeit: Systeme veralten, weil niemand benannt ist, nicht weil die Pflege aufwendig wäre.

01 — Betrieb

Was der laufende Betrieb bedeutet

Nach dem Einschwingen ist der Aufwand gering, aber nicht null. Bei Lead-Qualifizierung sind das üblicherweise wenige Stunden im Quartal: Ergänzungen, wenn sich etwas im Angebot ändert, ein Blick in die Verläufe, gelegentliche Korrekturen.

Wichtiger als der Umfang ist die Zuständigkeit. Systeme veralten nicht, weil die Pflege aufwendig wäre, sondern weil niemand benannt ist. Eine Person mit einem wiederkehrenden Termin im Kalender löst dieses Problem vollständig.

Was zusätzlich laufend anfällt, hängt vom Aufbau ab — Hosting, Lizenzen und nutzungsabhängige Gebühren Dritter gehören in dieselbe Rechnung wie die Einrichtung. Wir weisen das im Angebot getrennt aus, statt es im Projektpreis zu verstecken.

02 — Faktoren

Was den Preis treibt

  • Umfang und Zahl der Anbindungen. Jedes zusätzliche System, das mitspielen muss, kostet Aufwand — unabhängig davon, wie einfach der Kern ist.
  • Zustand eurer Ausgangslage. Saubere Daten, vorhandene Inhalte und dokumentierte Abläufe senken den Aufwand erheblich. Chaos ist der teuerste Kostenfaktor.
  • Wie viel Neues entstehen muss. Was ihr beisteuern könnt, muss niemand erfinden. Das ist der größte Hebel, den ihr selbst in der Hand habt.
  • Anspruch an Gestaltung und Individualität. Ein solides Standardsystem kostet einen Bruchteil einer maßgeschneiderten Lösung — und reicht häufiger, als Anbieter zugeben.
  • Betriebsmodell. Einmalige Projektkosten oder laufende Betreuung: Über drei Jahre gerechnet ergibt das oft ein anderes Bild als der Angebotsvergleich.

03 — Vertrag

Was schriftlich geklärt gehört

  • Eigentum an Daten und Zugängen. Sie gehören dem Auftraggeber. Wenn ein Anbieter das nicht klar bestätigt, ist das die wichtigste Information des Gesprächs.
  • Herausgabe bei Beendigung. In welchem Format, in welcher Frist, zu welchen Kosten.
  • Keine Mindestlaufzeit ohne Gegenleistung. Bindung ist vertretbar, wenn dafür etwas geliefert wird — sonst nicht.
  • Was eine spätere Änderung kostet. Nicht der Projektpreis entscheidet über die Gesamtkosten, sondern der Stundensatz für das dritte Jahr.
  • Dokumentation als Liefergegenstand. Nicht als Zusage, sondern als Position im Angebot.

04 — Fragen

Häufige Fragen

Sortieren wir damit nicht gute Kunden aus?

Deshalb wird nie automatisch abgelehnt, sondern nur sortiert. Jede Anfrage bleibt sichtbar, sie liegt nur nicht mehr auf demselben Stapel.

Was, wenn unsere Kriterien sich mit der Zeit ändern?

Die Bewertungsregeln stehen in einer Tabelle, die ihr selbst anpassen könnt, ohne dass Code verändert werden muss. Ein neues Kriterium ist eine Zeile, kein Projekt.

Was ist ein realistischer Bewertungsansatz?

Punkte für harte Kriterien, die ihr wirklich prüfen könnt: Region im Einzugsgebiet, Umfang im Bereich eurer Leistung, Zeitrahmen machbar. Alles andere ist Kaffeesatz und führt dazu, dass niemand der Bewertung traut.

Braucht das eine Anbindung an unser CRM?

Sinnvoll, aber nicht zwingend. Ohne CRM-Anbindung landen bewertete Anfragen strukturiert im Postfach; mit Anbindung entsteht direkt ein Datensatz samt Bewertung im System.

Funktioniert das im B2C?

Eingeschränkt. Die Anreicherung um Firmendaten fällt weg, die Vorqualifizierung über gute Fragen und die Verteilung funktionieren aber genauso.

Verlieren wir dadurch Anfragen von kleineren Kunden?

Nein, sortiert wird nur die Reihenfolge der Bearbeitung, nicht die Annahme. Jede Anfrage bleibt sichtbar und beantwortbar — die Sortierung entscheidet nur, welche zuerst dran ist.

Wie lange dauert die Einrichtung der Bewertungslogik?

Ein bis zwei Wochen für die Kriterien und das Formular, dann ein Testlauf an euren letzten Anfragen, bevor irgendetwas live geht — Fehleinschätzungen zeigen sich schon dort.

Nächster Schritt

Erste Einschätzung, ohne Verpflichtung.

Beschreibt kurz, worum es geht. Ihr bekommt eine ehrliche Antwort dazu, was realistisch ist und was es ungefähr kostet.