Arztpraxen · Ratgeber

Welche Abläufe können Arztpraxen automatisieren?

Nicht alles, was sich automatisieren lässt, sollte auch automatisiert werden. Die Abläufe, bei denen sich das für Arztpraxen erfahrungsgemäß rechnet — und die, bei denen Handarbeit die bessere Antwort bleibt.

Gesundheit und PflegeStand 2026Angebot nach Anfrage
Kurz gesagt

Arztpraxen automatisieren sinnvollerweise Abläufe, die mindestens wöchentlich vorkommen, klaren Regeln folgen und heute Handarbeit sind. In dieser Branche trifft das typischerweise auf Terminvergabe online mit Terminarten und Dauer und Rezeptbestellung über Formular statt Telefon zu. Wo Ausnahmen überwiegen, bleibt Handarbeit günstiger.

01 — Ansatzpunkte

Abläufe, die sich bei Arztpraxen lohnen

  • Terminvergabe online mit Terminarten und Dauer
  • Rezeptbestellung über Formular statt Telefon
  • Automatische Terminerinnerung
  • Vorabinformation zu Untersuchungen
  • Rückrufliste statt Dauerbesetztzeichen
Faustregel

Ein Ablauf eignet sich, wenn er mindestens wöchentlich vorkommt, klaren Regeln folgt und heute Handarbeit ist. Fehlt einer der drei Punkte, ist Handarbeit meist günstiger.

02 — Beispiel

Wie das im Alltag aussieht

Beispielszenario

Rezeptbestellungen laufen über ein Formular. Damit fällt ein erheblicher Teil der Vormittagsanrufe weg — ohne dass jemand weniger erreicht wird.

Entscheidend an diesem Beispiel ist nicht die Technik, sondern die Festlegung davor: Was gilt als dringend, wer wird wann verständigt, und was passiert, wenn niemand erreichbar ist. Diese drei Antworten kosten am Anfang eine Stunde und ersparen später jede Diskussion.

03 — Grenzen

Wann man es bleiben lassen sollte

  • Wenn die Ausnahmen überwiegen. Wo jeder Fall anders liegt, wird Automatisierung teurer als Handarbeit — das kommt in Arztpraxen häufiger vor, als Anbieter zugeben.
  • Wenn das Volumen zu klein ist. Bei wenigen Vorgängen im Monat rechnet sich kein System, auch kein günstiges.
  • Wenn der Engpass woanders liegt. Wer zu wenige Anfragen hat, braucht keine schnellere Bearbeitung, sondern mehr Sichtbarkeit.
  • Wenn niemand es pflegen wird. Das ist der häufigste Grund, warum Systeme nach einem Jahr wieder abgeschaltet werden.
  • Mitten in der Hochsaison. Grippewelle im Winter, Vorsorge im Frühjahr, Montagvormittag durchgehend Spitze. In dieser Zeit fehlt die Aufmerksamkeit für eine Umstellung.

04 — Reihenfolge

Was zuerst, was später

  1. Erreichbarkeit

    Solange Anfragen verloren gehen, bringt jede weitere Maßnahme weniger. Bei Arztpraxen ist das fast immer der erste Hebel.

  2. Der häufigste Ablauf

    Ein einziger Vorgang, der sich täglich oder wöchentlich wiederholt — bei Arztpraxen meist Terminvergabe online mit Terminarten und Dauer.

  3. Sichtbarkeit

    Erst wenn Anfragen zuverlässig bearbeitet werden, lohnt es sich, mehr davon zu erzeugen. Andersherum verstärkt man nur das Problem.

  4. Alles Weitere

    Dokumentation, Auswertung, Anbindungen. Sinnvoll, aber selten dringend — und ohne die ersten drei Schritte wirkungslos.

05 — Fragen

Häufige Fragen

Ist das mit dem Datenschutz im Gesundheitsbereich vereinbar?

Gesundheitsdaten sind besonders geschützt, deshalb gelten strengere Anforderungen: europäische Verarbeitung, Auftragsverarbeitungsvertrag, Verschlüsselung, enge Löschfristen und Zugriff nur für berechtigte Personen. Wir bauen entsprechend — ein Terminsystem, das nur Name und Terminart kennt, ist datenschutzrechtlich unproblematischer als eines, das Symptome erfasst.

Ersetzt das die Ordinationshilfe am Telefon?

Nein, es entlastet sie. Der Anteil an Anrufen, der reine Terminvergabe und Rezeptbestellung ist, liegt in vielen Praxen bei mehr als der Hälfte. Genau dieser Teil lässt sich verlagern — für alles andere bleibt mehr Zeit.

Wie senken wir Nichterscheinen?

Erinnerung 24 Stunden vorher plus eine kurze am Terminmorgen, jeweils mit einfacher Absagemöglichkeit. Wer leicht absagen kann, sagt ab — und der Termin wird neu vergeben, statt leer zu bleiben.

Arbeitet ihr auch mit Arztpraxen?

Ja. Wir arbeiten aus dem Mühlviertel für Kundinnen und Kunden in ganz Österreich. Der Großteil der Zusammenarbeit läuft ohnehin über Videocalls und geteilte Dokumente — das spart beiden Seiten Fahrzeit. Wo ein Termin vor Ort sinnvoll ist, kommen wir.

Was kostet der Einstieg?

Das hängt am Vorhaben, nicht an der Branche. Ein Google-Unternehmensprofil samt lokaler Sichtbarkeit ist überschaubar, eine Website oder ein Chatbot sind größere Projekte. Schreibt uns kurz euer Anliegen — wir rechnen das durch und schicken einen Vorschlag.

Womit sollten wir anfangen?

Mit dem Engpass, nicht mit dem Interessantesten. Bei Arztpraxen ist das erfahrungsgemäß Terminvergabe online mit Terminarten und Dauer.

Gibt es Förderungen?

Für Digitalisierungsvorhaben gibt es in Österreich mehrere Förderschienen, etwa KMU.DIGITAL oder die aws-Digitalisierungsförderung. Ob und in welcher Höhe eine davon aktuell für euer Vorhaben infrage kommt, prüfen wir individuell mit euch. Aktuelle Bedingungen: kmudigital.at, aws.at.

Nächster Schritt

Erste Einschätzung, ohne Verpflichtung.

Beschreibt kurz, worum es geht. Ihr bekommt eine ehrliche Antwort dazu, was realistisch ist und was es ungefähr kostet.